Buenos Aires kennen und verstehen lernen

Montevideo

Posted on: Dezember 2nd, 2011 by bainsider

Die Lage der Hauptstadt Uruguays mit ihren 1,3 Millionen Einwohnern auf einer hügeligen Halbinsel ist beneidenswert. Das Wasser des Río de la Plata, das die Stadt fast komplett umspült, strahlt in der Sonne blau! Das ist nur einer der Gründe, warum viele Bewohner von Buenos Aires lieber in der entspannten Hauptstadt Uruguays leben.

Denn es sind nicht nur die Strände, die Montevideo ein entspannteres Flair verleihen. Die Uruguayos selber lassen es wohltuend ruhig angehen, sind nicht so sehr auf neueste Mode und die eigene Erscheinung fixiert wie die Porteños auf der anderen Seite des Río de la Plata. Selbst im Zentrum nehmen sich die Leute Zeit, sich auf einem der Plätze für ein Pläuschchen beim allgegenwärtigen Mate-Tee niederzulassen.

Eine wahre Perle ist Ciudad Vieja, die kleine Altstadt mit ihren 8×12 Blocks. Egal, wo man sich gerade befindet, durch die engen, von alten Kolonialstil-Häusern gesäumten Gassen hindurch öffnen sich immer wieder faszinierende Blicke, denn sie enden am Horizont. Kein Wunder, denn Montevideos Altstadt ist praktisch komplett von Wasser umgeben. Zur einen Seite die Bahía de Montevideo mit dem Hafen, an dem auch die Kreuzfahrtschiffe ankern; zur anderen Seite der schier endlose Río de la Plata mit seiner Promenade, der Rambla, die sich entlang der noblen Vororte bis zum internationalen Flughafen über 15 Kilometer erstreckt.

Highlight der Ciudad Vieja ist aber der Mercado del Puerto. Lassen Sie sich überraschen, was in den wunderschönen alten Hallen serviert wird. Gleich nebenan können wir im Museo del Carnaval einen kurzen Blick in die Geschichte des Spektakels in Uruguay werfen. Brasilien hat vielleicht den bekanntesten, Montevideo ist aber stolz auf den längsten Karneval der Welt.

Wir werden die wunderbare Lage der Altstadt sogar aus der Vogelperspektive genießen können. Die Dachterrasse einer vollständig restaurierten Posada aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, die sich vollständig nachhaltigem (sozial- und umweltverträglichem) Tourismus verschrieben hat, wird uns offen stehen. Im dortigen Kulturzentrum, das aus einer engagierten Solidaritätskooperative entstanden ist, können wir wechselnden uruguayischen und internationalen Künstlern bei ihrer Kunst zusehen. Wer authentische Andenken sucht, findet hier individuelle Kunststücke, die nicht in Massenproduktion entstanden sind. Die Einnahmen verbleiben direkt bei den Künstlern!

Andere Teile der Ciudad Vieja sind noch ein wenig ungepflegt, aber junge Menschen aus aller Welt eröffnen nach und nach an vielen Ecken kreative Geschäfte wie in Buenos Aires oder Berlin. Das lässige Treiben lässt sich von den charmanten grünen Plätzen oder einem der Cafés beobachten. In einem von ihnen war Eduardo Galeano bis vor einem Jahr Stammgast, der legendäre Autor des Meisterwerks „Las venas abiertas de América Latina“.

Bitte beachten:
Sollten Sie sich ohne Begleitung auf den Weg nach Montevideo machen, verlassen Sie die Altstadt sicherheitshalber, bevor es dunkel wird. Trotz aller Medienberichte über die (statistische) Sicherheit in Uruguay empfehle ich auch,  das Barrio Sur und Palermo bei Dunkelheit zu meiden, genau wie die Nebenstraßen im Zentrum, das gilt am Wochenende auch bei Tag!

Montevideo hat nämlich noch viel mehr zu bieten. Neben der Katedrale, der charmanten Fußgängerzone mit ihren vielen Straßenkünstlern und der Buchhandlung Puro Verso, die dem Flair des Ateneo Grand Splendid in Buenos Aires kaum nachsteht, natürlich die Plaza de la Independencia, das Zentrum der Stadt mit dem Abbild des uruguayischen Befreiungshelden Artigas, wo sich auch Uruguays größtes und wichtigstes Theater befindet.  Dort thront auch der Palacio Salvo im Art déco-Stil, einst Südamerikas höchstes Gebäude, hat er seine Ästhetik bis  heute bewahrt. Was ihn außer seinem Design mit dem Palacio Barolo auf der anderen Seite des Río de la Plata verbindet, werde ich ihnen verraten.

Die lärmende Hauptgeschäftsstraße 18 de Julio werden wir schnell hinter uns lassen und die gut erhaltenen Kolonialstilviertel Barrio Sur und Palermo passieren, in dem die Bewohner auf der Straße Isla de Flores den größte Straßenkarneval Montevideos veranstalten. Direkt südlich liegt nämlich der erste Strand der Stadt, die Playa Ramirez mit ihrem unglaublich feinen Sand. Nebenan gibt es das wohl schönst gelegene Fußballstadion der Welt und ein Freilufttheater, auf dessen Hängen Kinder im Sommer rodeln!

Wir durchqueren den Parque Rodó mit seinen Wasserspielen, treffen den schlauen Konfuzius und begeben uns in eine andere Welt. Denn hier wird Montevideo zu Beverly Hills. Von den Stadtteilen Punta Carretas und Pocitos mit ihren wunderbar begrünten, hügeligen Straßen wird gesagt, dass sie die höchste Lebensqualität in ganz Südamerika bieten. Entsprechend sind die Preise für die schicken Apartmenthäuser auf der weit in den Río de la Plata hinein ragenden Halbinsel. Wir gehen bergab, das Wasser fest im Auge. Weitere Kuriositäten werden wir entlang der Playa Pocitos entdecken, die gerne mit der Copacabana in Río de Janeiro verglichen wird. Dort können wir bei einem Drink den Sonnenuntergang am Strand genießen.

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Anreise: Mit dem Schnellboot verlassen wir Buenos Aires früh morgens, rasen mit 100 Km/h über den Río de la Plata und erreichen Montevideo gute zwei Stunden später. Zurück geht es um 20.15 Uhr mit Ankunft im Hafen von Buenos Aires um 22.30 Uhr. Von dort bringe ich Sie zu ihrem Hotel.
Dauer und Kosten für einen Tagestripp nach Montevideo: Nach Absprache.